
„Wer so was mit Kind kann, schafft alles!“
Vanessa Donelly, Musikerin, Komponistin, Musikproduzentin.
Vanessa Donelly, geboren 1992 in Gifhorn, Musikstudium an der HMTM Hannover mit den Schwerpunkten Klavier, Geige, Gesang und Orchesterleitung.
2017 Gründung Tonstudio Donelly Records.
Berufliche Stationen als Komponistin sind u.a. die ARD-Serie AM PASS (3. bis 5. Staffel), Fernsehfilm LOUMA (ARD 2025), SOKO LEIPZIG (ZDF), der Kinofilm HYGGE (Premiere Max Ophüls Festival 2026) und das Computer Game GHOST HAUNTING von Three-Headed Monkey Films, zu dem sie auch die Musik produzierte. Vanessas Musical 1000 TALES (Text James Coleman) hatte 2025 im Londoner West End Premiere und DIE DREI MUSKETIERE bei den Luisenburg Festspielen Wunsiedel.
Vanessa lebt mit ihrem Mann René und der gemeinsamen Tochter Coco (7) in Gifhorn.
Webseite von Vanessa Donelly https://www.donellymusic.com/
Agentur von Vanessa Donelly https://www.mx-in.com/
Vanessa Donelly bei Crew United https://www.crew-united.com/de/
HYGGE der Film https://klinkerfilm.com/hygge/
Liebe Vanessa, lass uns mit Deinem familiären Hintergrund anfangen. Hast Du Geschwister?
Ja, einen Bruder, mit dem ich auch teils groß geworden bin. Er ist aber auch sehr, sehr viel bei meiner Oma aufgewachsen, die hatten eine spezielle Bindung. Meine Eltern haben eine Baufirma, so dass ich auf der Baustelle groß geworden bin.
Die Baustelle als alternative Kita?
So ungefähr. Als Teenager wusste ich aber, dass die Baubranche nichts für mich ist und ich Filmmusik machen will.
Hattest Du als Kind schon ein Instrument gelernt?
Ja. Meine Eltern sind Spätaussiedler aus Polen. Meine Mutter hatte eigentlich vorgehabt, auf ein Musikkonservatorium zu gehen, damals in Polen. Aber dadurch, dass sie mit 14 Jahren nach Deutschland kam, hat das nicht geklappt. Und dann hat sie immer gesagt “Wenn ich ein Kind bekomme, was halbwegs affin dafür ist, werde ich das fördern.” Und genauso ist das passiert.
Ich hatte schon mit vier Jahren Klavier gespielt und zweimal wöchentlich bei einer sehr, sehr süßen Japanerin Unterricht, die war ganz, ganz toll. Und das lustige ist, dass meine Tochter jetzt auch bei ihr Unterricht hat. Da habe ich manchmal so richtige deja-vus. Also Nobuko Nagaoka, so heißt sie, erzählt ihr dieselben Geschichten die sie mir damals erzählt hat. Sie spricht sehr gerne schon mit den ganz Kleinen über Musikinterpretation, deswegen war ich darin immer ziemlich gut. Aber was ich zum Beispiel nicht gut gemacht hatte - deswegen war das Studium total Crashkurs für mich, also zumindest im ersten Jahr - war Theorie und Gehörbildung. Das habe ich erst im Studium bzw. ein Jahr vor dem Studium gemacht, besonders Gehörbildung. Und später im Studium auch selber unterrichtet, mit einer speziellen Solmisationstheorie („Solmisation, eine eigentümliche, durch Jahrhunderte üblich gewesene Methode, die Kenntnisse der Intervalle und der Tonleitern zu lehren." Quelle https://musikwissenschaften.de/).
Meine Mutter hat mich also gefördert, aber es war so, dass ich es überhaupt nicht mochte, Konzerte zu spielen. Ganz anders als wenn ich zum Beispiel jetzt mit meiner Band PASSIVATTRAKTIV auftrete, einem Freundschaftsprojekt zu viert - das macht wirklich sehr, sehr viel Spaß. Wir spielen meine Kompositionen und die Texte sind von Rune und meine beiden Freunde Lisa und Rafael performen das Ganze. Sehr anders, als alleine am Klavier oder Flügel ein Konzert zu spielen und eine Chopin-Etüde nach der anderen runterzuklatschen. Das war nämlich mein Teenager-Dasein, da habe ich viele Konzerte gespielt. Aber ich konnte mich emotional nicht regulieren, damit hatte ich richtige Probleme. Klar, ich hatte auch super schöne Konzerte, aber ich habe z.B. auch ein totales Blackout bei einem Konzert gehabt, und mich dann im Klo versteckt. Es war für mich total.. overwhelming, sag ich jetzt mal. Meine Mutter wollte das für mich, sie wollte auch immer, dass ich Pianistin werde, aber ich habe mich da überhaupt nicht gesehen.
Und dann habe ich mich irgendwann gefragt: "Was möchte ICH eigentlich?" Nichtsdestotrotz habe ich ja Musik schon immer geliebt, sie war ein sehr, sehr großer Teil meines Lebens. Und irgendwann - da war ich so 13, 14 – hatte ich es auf einmal: Filmmusik! Das ist ein so geiler Job, weil du ja erst mal dieses ganz intensive Arbeiten mit dem Bild hast. Du hast eine intensive Teamarbeit, was super wichtig ist, denn ich liebe es, im Team zu arbeiten! Aber ich liebe es auch alleine zu arbeiten, und dieses Hin und Her, was ein großer Teil von Filmmusik ist. Und ich liebe auch wenn es fertig ist, dass man es gemeinsam genießen kann, ohne dass ich vorne auf der Bühne stehe und in diesem Moment performen muss, sondern alles passiert schon im Vorhinein. Auch wenn die Leute zu mir ins Studio kommen, können wir so lange machen, bis es wirklich perfekt sitzt, bis es genau die Version ist, die ich im Kopf habe. Oder dass sie vielleicht auch was anbieten, was neue Türen öffnet. Weißt du, was ich meine? Diese Geduld und diese Zeit, es im Tonstudio auszukosten, das gibt mir total viel. Und dass man es dann auch noch mal bearbeiten kann und dann so wirklich aus dem Kopf in die DAW rein, - was eine Software ist (lacht).
Aber zurück zum Studium in Hannover...
Ja, also, da habe ich Klavier, Geige, Gesang, Chor und Orchesterleitung studiert. Klavier als Hauptfach und erst Geige und Gesang als Nebenfach.
Als ich mich auf die Aufnahmeprüfung vorbereitete erfuhr ich, dass man drei Instrumente können muss, und da dachte ich es wäre ja richtig super, mit Geige anzufangen, es hat mich eh schon immer interessiert. Aber nein, macht das nicht! Also ein Jahr vor der Aufnahmeprüfung mit Geige anzufangen. Ich sag mal so, ich hatte nach zwei Jahren meine Abschlussprüfung und habe da Schindlers Liste gespielt und die Leute sind gleich nochmal gestorben, so wie ich gespielt habe, es war wirklich richtig schlimm. Meine Geigenprofessorin meinte dann "Vanessa, du kriegst eine 2,0 , weil weil du dir Mühe gibst, aber fasst das Instrument bitte nie wieder an!" (lacht)
Und das habe ich dann auch befolgt, ich konnte nach zwei Jahren die Geige wechseln, und hatte die letzten zwei Jahre als Hauptfach Chor und Orchesterleitung, darin bin ich total aufgegangen, auch weil ich mir dachte, ich brauche das für die Filmmusik.
Zur Geige hatte ich dann keinen Kontakt mehr. Ich weiß zwar jetzt, wie es funktioniert und es ist alles schön und gut, aber einfach nicht mein Instrument.
Und dann hast Du Deinen Abschluss gemacht und wurdest Filmmusikerin.
Filmmusik kennen wir alle, aber wie diese Arbeit konkret aussieht weniger. Kannst Du ein Projekt beschreiben, vom Auftrag bis zur Filmpremiere, und wie lange es dauert?
Das ist tatsächlich immer sehr, sehr unterschiedlich. Nehmen wir ein aktuelles Projekt, DEUTSCHE VITA, da bin ich jetzt schon dabei. Die sind gerade bei der ich glaube neunten Drehbuchfassung und die Fassungen habe ich alle bekommen. Wir hatten auch eine Musikbesprechung, ich weiß, was auf mich zukommt, - es wird eventuell einen Song geben, der vor dem Dreh aufgenommen werden muss, weil das im Film ne Karaokeszene gibt. Aber auch sonst bin ich als beratende Person schon mit dabei, ehe ich überhaupt einen Ton schreibe. Und es gibt ganz viel Besprechen mit der Regie. Gut, in diesem Fall kennen Lena und ich uns jetzt schon (von dem Projekt HYGGE). Und wir wissen, was der andere kann. Wir vertrauen uns da auch gegenseitig, würde ich jetzt mal behaupten. Und wir reden über den Film, wir tauschen uns aus, welche Songs da vielleicht gut wären, auch wenn diese Songs dann nicht von mir kommen. Ich bin ja auch beratend tätig, welche anderen Songs man verwenden kann und wo dann die Musik, also die Filmmusik an sich anfängt, die dann von mir kommt. Und in diesem Fall lege ich wahrscheinlich mit dem Feinschnitt oder mit dem Picture Look los.
Aber ich hatte gerade einen anderen Film, ESTERTOR (=Todesröcheln), ein spanischer Film, die arbeiten komplett anders und der Pablo (Pagan, der Regisseur) wollte schon Musik zum Dreh haben, damit er sie dort abspielen kann, für die Schauspielerin und so. Da gab es ganz viel Vorabstimmung und was er eigentlich haben will. Oft schicken die Regisseure und Regisseurinnen mir eine ganze Liste von Songs: "So ungefähr stellen wir uns das vor, und diese Richtung Filmmusik und so".
Das ist wirklich immer richtig spannend. Zum Beispiel bei ESTERTOR, wo es nur um Tod und Verderben geht und und total surreale dissonante Klänge entstehen und ganz, ganz viel rumprobiert wird mit den Instrumenten. Bei dem Fernsehfilm LOUMA war es komplett anders, da haben wir sechs Akkordeons benutzt und eine sehr, sehr lyrische und schöne Musik draus gemacht.
Das heißt, es kommt wirklich ganz darauf an, was der Regisseur oder die Regisseurin möchte, oder was sich auch manchmal die Redaktion vorstellt, der Produzent oder die Produzentin, die reden manchmal auch sehr viel mit. Das heißt, es ist ein sehr, sehr großes Brainstorming vorweg. Und dann versuche ich quasi aus diesen ganzen Gesprächen genau diese Mitte zu finden, das, was die Menschen möchten, aber auch, was dem Film gut tut und was er braucht. Und ich bin gewissermaßen die Lebendübersetzung von Wort zu Musik.
Und im weiteren Prozess ist es so, dass ich erst mal die Musik für eine Szene mache und der Regie schicke, dann kommt Feedback - es gibt ganz, ganz viele Feedbackschleifen. Oft ist es am Anfang auch noch nicht das Endgültige, sondern es wird noch viel geändert. Aber oft macht es gleich Klick. Jedes Projekt ist anders. Es gibt Leute, mit denen arbeite ich zusammen, die sagen, wir haben keine Ahnung, mach was du denkst. Und ich habe auch Leute dabei, da könnte ich eine halbe Stunde über jeden Ton diskutieren, weil sie zum Beispiel selber Musiker sind oder selber Gitarre, Klavier, was auch immer spielen und dann auch schon ein bisschen Ahnung haben Und dann arbeitet man anders und redet auch anders. Ja, es ist schon sehr, sehr interessant.
Und was mir sehr hilft: ich habe immer Praktikantinnen an meiner Seite, die Orgasachen machen oder Mappen herstellen für Präsentationen oder oder oder. Und gleichzeitig, während die Praktikantinnen mir helfen, helfe ich ihnen in die Branche. Meine jetzige Praktikantin zum Beispiel die macht jetzt die Musik für ein Game einer anderen Studentin, die an meinem Game (GHOST HAUNTING) mitgearbeitet hatte. Die beiden habe ich verbunden. Und wir sprechen auch immer über die Musik, die meine Praktikantin dazu gerade macht, also einfach so ein Miteinander, wie es eigentlich sein sollte.
Wie lange dauert ein Projekt ungefähr für Dich?
Das ist immer unterschiedlich. An dem Game GHOST HAUNTING saß ich zwei Jahre und habe immer mal wieder wenn gerade Luft war an dem Game gearbeitet und produziert. (lacht) Und ansonsten gibt es aber auch so ganz, ganz Hardcore Sachen, wie zum Beispiel AM PASS, was in vier Tagen entstanden ist, weil da alles schief gelaufen ist und ich es quasi von einem anderen Komponisten ein bisschen retten musste und dann alles von Null angefangen habe und es in vier Tagen wirklich durchgezogen habe, weil der Regisseur mich angerufen hatte und wirklich ganz, ganz, ganz, ganz.. also nicht panisch, aber auf jeden Fall schon verzweifelt - gesagt hat "Du, ich ich brauche Musik. Und ja, das muss über Weihnachten fertig werden." Und da ich aber in der Zeit nach Italien gefahren bin, hatte ich wirklich vier Tage Zeit. Das ist natürlich nicht die Norm. Nein es ist nicht die Norm! Sondern normalerweise hab ich ein paar Wochen Zeit für einen Film, ungefähr sechs Wochen. Aber das stimmt eigentlich gar nicht mehr, weil mittlerweile die Leute mich schon eher fragen bevor überhaupt der Picture Look entsteht. Das ist schon sehr, sehr schön, weil man dann auch wieder mit dem Team mehr connected usw.
Ach Belinde, ich sag Dir, es ist wirklich ein unglaublich schöner Job! Ich habe den schönsten Job der Welt, es ist von allem ein bisschen dabei und das ist einfach nur traumhaft schön!

Deine Tochter wurde 2019 geboren. Hat das beruflich viel verändert?
Ich glaube, damit hat es ein bisschen begonnen. Coco wurde ein halbes Jahr vor Corona geboren. Und ich habe drei Monate später meinen ersten Kinofilm gemacht.
Ich sagte meinem Umfeld nicht, dass ich ein Kind bekam, weil ich Angst hatte keinen neuen Auftrag zu bekommen. Heute würde ich mich vielleicht anders entscheiden, ich weiß es aber nicht genau. Jedenfalls, durch meine Tochter bekam ich meinen Agenten: Er rief mich an und sagte: „Schick mir deine Sachen, wer so was mit Kind kann, schafft alles!“
Das heißt Du hast weiter wie bisher gearbeitet, nur eben mit Säugling im Bettchen neben Dir?
So ähnlich. Da ich viel von zu Hause arbeite, musste ich mir auch hier mein Umfeld schaffen. Ich habe im Studio ganz viele offene Balken und da machte mein Mann damals so eine Federwippe dran und ich saß auf so einem Ball, den hatte ich damals, damit ich ein bisschen wechseln konnte. Entweder hatte ich sie in der Trage und hüpfte auf diesem Ball rum und habe dann die Sachen eingespielt. Oder sie saß in der Federwippe und ich hab sie mit der linken Hand die ganze Zeit gefedert. Und mit der rechten Hand am Computer agiert oder eben Dinge eingespielt.
Und alles mit einem Säugling, der noch nicht durchschläft und alle paar Stunden Hunger hat?
Ja. Aber ich war ja auch noch recht jung, mir hat das nicht wirklich viel ausgemacht, in den Nächten aufzustehen. Ich war immer so circa alle zwei, drei Stunden wach und dann später drei Stunden relativ konstant. So haben wir tatsächlich auch unseren Alltag gestaltet, als wir irgendwann konstant bei diesen drei Stunden waren. Also immer um zwölf, um drei, um sechs um neun und so weiter wurde gestillt, rund um die Uhr, da hatten wir feste Zeiten. Ich habe mir viel Zeit genommen fürs Stillen, eine Stillrunde hat pro Seite gut 15 Minuten gedauert. Wir haben uns für alles ganz viel Zeit genommen.
Und so ist unsere Tochter tatsächlich bis heute, ein sehr langsamer, genüsslicher Mensch, sehr, sehr bedacht, auch ein bisschen perfektionistisch, tatsächlich.
Aber noch mal zurück zu Deiner Arbeit als Filmmusikerin.
Ja, also ein ganz normaler Tag war damals, dass ich nachts alle drei Stunden aufgestanden bin. Und was ich sehr beruhigend fand, ist, dass sie nicht wirklich geschrien hat in der Nacht. Nur ganz, ganz am Anfang. Aber sie ist quasi schon so mit kleinen Lauten aufgewacht und da wusste ich schon okay, die wird gleich wach und dann würde sie auch schreien. Das ist dieser - ich weiß nicht, ob man das jetzt Mutterinstinkt nennt, weil letztendlich kann ja auch jeder Vater quasi einen Vaterinstinkt entwickeln, je nachdem wie viel ein Vater macht. Seitdem ich Coco geboren hatte habe ich einen sehr, sehr leichten Schlaf. Egal wenn auch nur ein Ticken oder Tickern irgendwo ist, dann werde ich schon wach. Und bei ihren leisen wöwö-Lauten ich eben auch. Da war das Baby noch gar nicht mal richtig wach. Ich bin erst mal auf Toilette gegangen und habe sie dann genommen und angelegt. Und sie hat quasi im Halbschlaf getrunken und das war so jede drei Stunden. Dann waren wir irgendwann wach, so um sechs oder um neun. Und ich habe nach dem 9:00 Uhr-Stillen angefangen zu arbeiten. Und wenn mein Mann auch gearbeitet hat, dann hatte ich sie neben mir in der Federwiege. Aber er hatte auch die ersten drei Monate, nein, die ersten zwei Monate, frei. Oder doch drei Monate? Ich kann mich jetzt nicht mehr genau erinnern. Dann ist er zum Beispiel auch öfter mal mit ihr spazieren gegangen und so, da hatten wir noch kein Au-pair.
Lass uns gerne ausführlicher über Au-pair sprechen, das ist ja eine Maßnahme, die selten vorgeschlagen wird.
Ja gerne! Also, die Idee mit dem Au-pair kam erst, als Coco zweieinhalb war. Da habe ich ja auch schon an der Schule in London angefangen, BML, Books Music and Lyrics, das ist eine Bildungseinrichtung, die haben so eine Art Abenduni, gerade für Leute, die auch berufstätig sind, die quasi schon einen Fuß drin haben in der Branche. Und beim BML geht es um Musical. Das war eher nie wirklich mein Ziel, selbst wenn ich jetzt auch Musical schreibe. Aber da bin ich so reingerutscht, weil ich einfach deep in my heart Musical total liebe. Und ich finde, Musical kann auch viel mehr als nur Heidschi Bumbeidschi auf der Bühne zu machen. Man merkt auch in London ganz, ganz dolle, dass das ein Mittel ist, um gesellschaftlich Kritik zu üben, um auch einfach politisch zu werden. Das ist schon ein anderes Kaliber in London als hier in Deutschland (lacht), aber das kann sich noch ändern. Und ich weiß auch, dass jetzt viele Musicals im Kommen sind, die mehrere Ebenen mitschwingen lassen.
Und als ich in London schon begonnen hatte kam das erste Mal der Gedanke: "Okay, das wird jetzt ganz schön viel". Wir dürfen ja nicht vergessen, unsere Gesellschaft, unser System ist darauf ausgelegt, dass beide Elternteile arbeiten sollten oder auch wollen natürlich. Aber gleichzeitig gibt es noch diese starren Strukturen, dass du letztendlich auf Dritte angewiesen bist und sei es einfach nur eine Kita. Aber eine Kita ist nicht flexibel, so dass du irgendwann auf Oma und Opa oder Tante oder Nachbar zurückgreifst. Und das konnten wir aus familiären Gründen leider nicht, in erster Linie wegen der angeschlagenen Gesundheit meiner Mutter. Da war dann eine Grenze erreicht. Meine Mutter ist eine goldige Person, der liebste Mensch auf der Welt den ich kenne und sie würde alles für ihre Kinder tun. Und ich glaube, unsere Aufgabe als Kinder ist es ein bisschen auch zu sehen und zu verstehen und ein bisschen zu erfühlen, wann man selber in der Pflicht ist zu sagen „Du darfst mit dem Kind Spaß haben ohne Ende, aber wenn es um diese Aufgaben geht, das brauchst Du nicht.“ Denn das ist etwas, was ihr wirklich sehr viel Energie raubt, oder wenn das Kind zum Beispiel mal ein oder zwei Tage bei ihr übernachten will, dann stößt sie an ihre Grenzen aber zeigt das nicht. Und das möchte ich nicht, sie soll einfach die schöne Zeit mit Coco erleben, solange wie sie kann, solange wie sie die Energie dafür hat, und auch wirklich nur schöne Sachen mit ihr machen, denn sie lieben sich beide sehr.
Aber ich brauche schon jemanden zu Hause, als mein Backup, an meiner Seite. Und mein Mann arbeitet nun mal viel. Ich arbeite auch viel. Wir waren dann damals in Italien bei meinen Freunden, mit denen ich meine ersten – italienischen – Filme gemacht hatte. Silvia und Peter Zeitinger heißen sie, von denen habe ich so viel gelernt. Über Film und über das Leben, was es eigentlich bedeutet und worauf wir uns besinnen sollen, was wirklich wichtig ist für uns.
Jedenfalls meinte Silvia irgendwann „Hol dir doch ein Au-pair!“ Und meine erste Reaktion war: "Oh mein Gott, nein, das würde ich niemals machen. Das ist doch so eine fremde Person, die bei mir wohnt." Und dann hat es aber so mariniert in mir und ich habe mich ein bisschen mehr damit beschäftigt, was das eigentlich bedeutet. Und letztendlich war es das Tollste, was uns passieren konnte. Wir hatten jetzt mittlerweile fünf Au-pairs, im September kommt die sechste. Und ja, wir hatten natürlich, das muss ich auch sagen, wir hatten auch zwei Au-pairs dabei, die waren ein Fehlgriff. Die haben wir dann auch früher wieder nach Hause geschickt. Aber alle anderen Mädchen, die bei uns waren, die waren toll! Wir haben so ein inniges, freundschaftliches, sogar mit zweien ein fast schwesterliches Verhältnis. Das kann mir niemand mehr nehmen. Und wir sagen schon immer, wenn Coco irgendwann 18 ist, dann kriegt sie ein bisschen Geld von uns in die Hand und macht eine Weltreise, wo sie ihre Au-pairs besucht.
Wir hatten jetzt schon aus Kanada, aus USA und aus Madagaskar. Und die nächste, die kommt, ist wieder aus Kanada, weil wir gemerkt haben, jedes Au-pair Mädchen ist anders, keine Frage, aber wir haben das Gefühl, wir matchen von unserer Mentalität her am meisten mit den Kanadierinnen. Und was gleichzeitig auch passiert war, weil die Mädchen sind ja letztendlich nicht nur da, um einfach nur eine Kinderbetreuung zu sein und dann quasi neben uns zu stehen, darum geht es gar nicht, sondern sie sind ja wirklich integriert in unser Leben und das bringt so viel Bereicherung mit sich.
Was auch gut daran klingt ist, dass Coco dann nicht produktionsweise oder sonst wie wechselnde Nannies bzw. Kinderbetreuungen hat.
Ja das stimmt. Bei uns ist es so, dass ich die Au-pairs - gerade am Anfang - auch manchmal einfach dabei hatte. Ich bin z.b. nach München gefahren, stand mit Baby und Au-pair vor dem Meetingraum und hab gesagt; "geht mal 2h spazieren und dann holt ihr mich wieder ab." Ansonsten ist das gerade für eine Komponistin oder Autorin die viel alleine und zu Hause arbeitet sicher ein tolles Modell. Für on-set Berufe müsste man das nochmal durchdenken, wann es Sinn macht und wann nicht. Das schöne an einem Au-pair ist, dass du jemanden an deiner Seite hast der bleibt. Es ist immer dasselbe Mädchen, welcher du im.besten Fall nach einigen Wochen vertraust, du kennst sie.
Und wir lassen ein Stück weit neue Traditionen in unser Haus. Es bereichert, nach einer Zeit wird die eigene kleine Welt immer ein Stückchen größer. Aber ohne romantisieren zu wollen, es kann auch anstrengend werden, vor allem wenn das Mädchen nicht zur Familie passt.
Wie findet Ihr Eure Au-pairs?
Wir nutzen immer die Seite https://www.aupair.com/, die funktioniert ein bisschen wie eine Dating-App, nur geht es eben darum ein Au-pair oder eine Gastfamilie zu finden.
Kannst Du etwas zu den Kosten sagen?
Ein Au-pair braucht ein eigenes Zimmer und bekommt 280 € Taschengeld. Dazu kommen im Schnitt 500 bis 600 € zusätzlich im Monat, da ja ein Mensch mehr im Haus ist, der isst, duscht und Wünsche hat und auch meistens bei Familienaktivitäten dabei ist. Und knapp 30 € Au-pair Kranken- und andere versicherungen.
Ich wollte ja eigentlich immer drei Kinder haben, aber das hat nicht funktioniert. Ich glaube, Coco wird unser einziges Kind bleiben, weil sie eben schon unsere vierte künstliche Befruchtung war und und dieser Verlust des Kindes, den ich davor erlebt hatte, das wünsche ich keiner Frau und das soll auch keine so erleben. Ich weiß aber, dass es viele, viele Frauen erleben und deswegen ist es auch wichtig, dass wir darüber sprechen. Aber es ist schon wirklich hart. Wir haben viel riskiert, viel Geld reingesteckt, dass dieses Kind kommt. Und letztendlich ist sie da. Sie ist gesund, sie ist toll, sie ist klug, sie ist hübsch. Also wieso noch mal mit dem Feuer spielen?
Und mit den Au-pairs kommt noch ein bisschen mehr Leben ins Haus, was ich schön finde. Und gleichzeitig hat Coco die englische Sprache wie ihre Muttersprache gelernt. In unserem Haus wird momentan 50 % Englisch, 50 % Deutsch gesprochen. Und ich weiß einfach, was das bedeutet, weil ich bin selber mit meinen Eltern zweisprachig aufgewachsen. Ich hatte damals auch eine eigene Babcia, habe ich sie immer genannt. Sie waren nicht wirklich meine Babcia, also meine Oma, sondern eine ältere Frau aus Polen, die nur Polnisch gesprochen hat, und bei uns Kindern geblieben ist, wenn meine Eltern unterwegs waren. Das waren sie viel berufsbedingt. Ich glaube, das habe ich so ein bisschen von denen. Sie waren ja auch selbstständig. Und mir hat das viel gegeben, tatsächlich auch diese Zweisprachigkeit zu haben.
Lernt Coco auch Polnisch, von Dir oder von den Omas und Opas?
Nein leider nicht. Renés Eltern sind übrigens beide Deutsche, der Name Franziszczak hatte sich dahin quasi verlaufen.
Polnische Schlaflieder vielleicht?
Nein leider auch nicht.
Das kann ja noch werden!
Aber lass uns zum Schluss kurz über konkrete Maßnahmen zum Familienfreundlichen Drehen sprechen. Wäre bei Filmkomponist:innen Arbeit in Teilzeit oder als Geteilte Jobs möglich?
Teilzeit im Sinne von intensiven Phasen mit Filmprojekt und entspannten Phasen ohne, ja. Während einer Postproduktion definitiv nein.
Jobsharing ist möglich. Das Setup muss nur gut vorbereitet werden: selbe DAWs (= Digital Audio Workstation = Software), eventuell sogar eine gemeinsame Cloud mit Plugins und Libraries, auf die beide Komponist/innen zugreifen können. Teamarbeit bei Filmmusik ist nichts Neues und immer weiter am kommen.
Wie können Filmkomponistinnen während längerer Abwesenheit aufgrund einer Familienzeit die Verbindung zur Filmbranche halten? Wer sollte involviert sein, Berufsverband, Produktionsfirma?
Das ist eine sehr gute Frage, die kann ich aber für mich nicht beantworten, ich bekam meine Tochter direkt vor Corona.
Aber wir haben natürlich die DEFKOM (Deutsche Filmkomponist:innenunion), wo ich auch Mitglied bin, und den Composers Club (Berufsverband der Auftragskomponisten in Deutschland) und so, wo ein Austausch unter Komponist:innen möglich ist.
Aber ansonsten, wenn man länger abwesend ist, zum Beispiel wie bei meiner Schwangerschaft, die war ganz fürchterlich mit Wehen ab der 20. Woche usw. Ich glaube, dann muss man auch so mutig sein und sich einfach mal diese Auszeit nehmen. Aber in Verbindung bleiben ist dann auch noch möglich. Mit sehr, sehr vielen Leuten mit denen ich zusammenarbeite bin ich früher oder später auch befreundet. Nicht mit allen, aber es sind schon so 1, 2, 3 Hände voll, die ich auch Samstagabend noch mal anschreiben oder mich mit ihnen verabreden kann. Ich glaube aber, es ist nicht so schlimm, sich einfach mal ein paar Wochen zurückzuziehen und dann wieder präsent zu sein. Und dafür gibt es auch super viele Gelegenheiten.
Heute habe ich wieder eine Email von der WIFT (Women in Film and Television) bekommen, mit Veranstaltungen. Ich war auch ab und an in München bei WIFT-Treffen mit der Constantin Film, das war richtig schön. Und es gibt viele andere Möglichkeiten, z.B. Composers Treffen, oder gemischte Treffen mit ganz vielen Gewerken. Auch bei der Berlinale gibt es viele verschiedene Partys, Events. Man muss sich einfach nur die Dinge herauspicken, wo man denkt okay, da gehöre ich hin, da kann ich auch zeigen, wer ich so ein bisschen bin.
Die ersten zwei Berlinalejahre war ich bei diesem Crew Call (von crew united) am Vorabend der Berlinale. Und das habe ich irgendwann sein lassen, weil ich mir dachte Oh Gott, es ist einfach eine riesengroße Party, das ist toll, ich habe auch da tolle Menschen kennengelernt. Aber man ist nur am Schreien. Du kommst nachts um zwei, drei raus, und hast die nächsten fünf Tage gar keine Stimme mehr. Das ist nicht mehr so meins, muss ich sagen.
Es gibt auch andere Menschen, denen nimmt das eher Energie. Aber es ist schon ein sehr connectender Beruf, ein sehr, sehr menschenbezogener. Denn letztendlich entsteht die Musik nur durch die Zusammenarbeit mit dem Team. Alleine hätte ich eine ganz andere Musik geschrieben, gemeinsam mit anderen wird es zu 100 % etwas komplett anderes. Und das macht es so interessant, diesen Beruf und das ganze Miteinander so schön. Auch Premieren feiern und so, das ist ein ganz großer Teil von diesem ganzen langen Job. Ein Teil, auf den ich mich immer wieder freuen.
Was würde Dir persönlich helfen, den Kontakt zu Deiner Familie nicht ganz zu verlieren, wenn Du normal in Vollzeit arbeitest?
Sehr schwere Frage. Gerade weil man so tief in einem künstlerischen Prozess drin ist und die ganze Energie dafür aufbringt. Es hilft natürlich, wenn die Familie dafür Verständnis hat, allerdings ist die Zeit nichtsdestotrotz belastend. Ich habe das Glück von zu Hause arbeiten zu können und bin physisch da, nur im Kopf woanders. Ich würde mir wünschen, dass das ohne schlechtes Gewissen passieren kann. Aber das ist etwas, was über Generationen wachsen und weitergegeben werden muss. Es ist die Sache von Gleichstellung und Wertschätzung, auch gerade in Bezug auf Musik.
Nur mal ein Beispiel: das Kind ist krank und muss von der Kita abgeholt werden. Die Mutter kommt, das ist selbstverständlich. Der Vater kommt, und er ist der Held des Tages. Vielleicht fragt man ihn noch „Wo ist denn die Mutter? War es ihr nicht wichtig genug?“ Also ist sie eine schlechte Mutter.
Du wurdest im Frühjahr 2024 eingeladen, im Kulturausschuss des Deutschen Bundestags über Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Kunst- und Kulturbranche zu sprechen.
Ja, die Einladung kam über Anikó Glogowski-Merten zustande, die in Braunschweig für Kultur zuständig und auch im Bundestag war. Sie hatte mich in den Kulturausschuss vom Bundestag eingeladen (siehe auch: "Schwierigkeiten von Kulturschaffenden mit Familie". Auf bundestag.de). Ich habe eine Rede gehalten darüber, wie ich zu meinem Agenten gekommen war und was das eigentlich gesellschaftlich bedeutet, als Selbständige auch ein Kind zu haben und dass es oft eher als negativ angesehen wird.
Und das hat ganz, ganz viel bewirkt, zum Beispiel konnte ich im darauffolgenden Jahr die Soundtrack Cologne eröffnen mit demselben Thema. Darüber habe ich meine Produktionsfirma und auch meinen Regisseur Tali Barde kennengelernt, von Three Headed Monkey Studios, mit denen ich das Game GHOST HAUNTING gemacht habe. Auch ganz viele Panelauftritte ergaben sich in der Folge, wo ich auch über das Thema sprechen konnte. Und trotzdem war mir klar: Ja, ich möchte auf jeden Fall gerne darüber sprechen, aber ich will ja nicht nur die Mutti vom Dienst sein. Sondern man soll mich auch für andere Themen einladen, für die ich dann Leute begeistern kann. Aber ich finde natürlich, Verenbarkeit ist ein Thema, über das man noch viel, viel, viel, viel mehr sprechen sollte.
Die Gesellschaft, besonders die nächste Generation von Eltern, braucht Vorbilder. Wie sieht das mit dem Thema Vereinbarkeit in Filmen und Serien aus?
Also ich glaube, ein bestes Beispiel dafür ist eigentlich LOUMA, dieser Film, den ich dieses Jahr finalisiert habe. Der heißt ganz LOUMA - FAMILIE IST KEIN KINDERSPIEL und da geht es darum, dass die Mutter stirbt und sie hat vier Kinder von zwei verschiedenen Männern. Und diese beiden Männer ziehen jetzt zusammen, damit die Kinder nicht auseinandergerissen werden. Und das wird so schön thematisiert, weil sie natürlich einerseits auch mit ihrer Trauer beschäftigt sind und dann auch die Carearbeit manchmal vernachlässigen, obwohl sie es nicht wollen und sie wirklich, wirklich ihr Bestes geben. Da wird finde ich ziemlich gut thematisiert, was es auch für Männer - oder auch sogar für zwei Männer im Haus - bedeutet, Carearbeit zu leisten. Und gerade auch bei so schweren Themen, wo man vielleicht doch eine Mutter an seiner Seite haben möchte, ist es ja dann vielleicht doch noch mal ein bisschen anders. Aber Familien sind alle unterschiedlich und es gibt alles von Patchwork bis sonst was und jeder findet da seinen eigenen Weg.
Vanessa, wir haben es geschafft, das waren alle Fragen!
Wobei, eins interessiert mich doch noch: Deine Webseite ist nur auf Englisch, Du hast einen Teil Deiner Ausbildung in London gemacht und Du hast einen Englisch klingenden Nachnamen. What’s the connection?
Ja, das ist lustig! Wie du jetzt schon erfahren hast, meine Eltern kommen beide aus Polen und ich hieß vorher Gajda und mein Mann hieß Franziszczak, also Franzi und dann s z c z a k. Und dann war es aber so, dass ich gesagt habe, Ich werde niemals im Leben, niemals im Leben deinen Namen annehmen, weil ich wusste ja schon damals, also wir hatten uns mit 17 kennengelernt, dass ich irgendwann in einem Abspann stehen will und dann kann ich doch nicht Franziszslczsczkrrczkrr heißen. Und das fand ich sehr witzig, diese ganze Idee so dahinter. Weil ihn das selber sehr irritiert hat. Immer wenn er im Büro war oder auf der Arbeit oder so, da war er immer René. Also nie Herr Franziszczak, sondern immer entweder Rene oder „Herr Franzi... naja, Sie wissen schon“. Oder sie haben es komplett falsch ausgesprochen. Und dann hat er irgendwann mal eine Namensänderung gemacht.
Wenn du einen sehr schwer schreibbaren oder schwer aussprechbaren Namen hast, dann darfst du den ändern lassen. Und er wollte einfach nur diesen Rattenschwanz da hinten wegschnibbeln lassen. Aber wenn du eine Namensänderung machst, dann darf es quasi keinen neuen bewilligungsfähigen Grund geben, weshalb du den Namen noch mal hättest ändern lassen können. Und dann kam eben, was kommen muss. Ein Vorname, den du als Nachnamen hast, kannst du wieder ändern lassen. Und wenn man diesen Franziszczak gekürzt hat war es Francis, Franzi, Franz, Fran. Naja, und dann blieb nur noch Fra. Und jetzt stell dir mal vor, Frau Fra? Genau. Und aus diesem speziellen Grund durfte er sich quasi seinen Namen aussuchen.
Wir haben uns dann Donelly ausgesucht. Das war ein Jahr Prozess hin und zurück, wir starteten mit O'Melly oder mit auch ganz anderen Namen. Wir wollten einfach, dass er recht international klingt. Und immer ging irgendwas nicht wegen dem Apostroph oder dem oder diesen. Es war wirklich ein sehr großes Hin und Her, und irgendwann schlugen sie dann Donnelly vor mit NN. Und dann habe ich gesagt Nee, das gefällt mir gar nicht, weil dann muss ich auch immer wieder sagen Ja, hier mit zwei N und da mit zwei L und mit Y. Nee, das ist mir zu viel. Aber wenn vielleicht Donelly ginge, weil Nelly, den Namen kennt man ja schon, da ist es doch irgendwie einfacher. Und Don kann man ja immer noch davor schreiben. Donelly. Es ist ein sehr einfacher Name, international, den gibt es nicht oft. Und daraufhin, also wirklich nach einem Jahr, hatten sie den bewilligt und dann hieß erst nur mein Mann Donelly, also René Donelly. Das fanden meine Schwiegereltern gar nicht gut, aber was willst du machen? Wir hatten unsere vielen Beweggründe, und wir hatten auch erst mal getrennt geheiratet, also jeweils unsere Namen behalten, ich hieß einfach Gajda. Aber ich habe dann letztendlich ein Jahr nach der Hochzeit seinen Namen angenommen. Also Donelly.
Unsere Beziehung ist schon sehr, sehr gleichgestellt, muss ich sagen. Das sieht man auch schon alleine dran, dass zum Beispiel sonst nach einer Hochzeit, meistens ist es ja die Frau, die ihre ganzen Papiere ändern lassen muss... In unserem Fall waren wir beide das, weil wir ja beide den neuen Namen Donelly angenommen haben, und das war schon ein schönes Gefühl. Okay, wir starten jetzt unsere neue kleine Donelly-Familie!
Serdecznie dziękuję, liebe Vanessa, und alles Beste für Deine Projekte, die Karriere, die Familie und die Freizeit!

